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Kniechirurgie

Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers und eins der kompliziertesten, da neben den drei Knochen (Oberschenkelknochen, Schienbeinknochen und Kniescheibe) auch die Kreuz- und Seitenbänder sowie zwei halbmondförmige knorpelige Gelenkscheiben für eine ungestörte Bewegung notwendig sind. Fehlen einzelne Teile oder sind in ihrer Funktion eingeschränkt (zum Beispiel durch Verschleiß oder Verletzung), funktioniert der normale Bewegungsablauf nicht mehr und das gesamte Gelenk nimmt dauerhaften Schaden. Wir möchten Ihnen zeigen, was wir dagegen tun können.

Hier möchten wir Sie zuerst über neue Entwicklungen in unserer Klinik informieren.

Die Navigation von Knieendoprothesen wird an unserer Klinik erneut durchgeführt. Dieses Verfahren ermöglicht ohne wesentliche Verlängerung des Eingriffes eine grad- und winkelgenaue Platzierung der Prothese. Sie ist insbesondere dann wertvoll, wenn die konventionellen Orientierungsmöglichkeiten bei starken Achsabweichungen oder einliegenden Metallimplantaten - wie Platten oder Prothesen – nur bedingt eingesetzt werden können. Dieses Verfahren eignet sich somit als wertvolle Ergänzung für spezielle Fälle außerhalb der alltäglichen Routine, womit eine sehr genaue Platzierung der Prothese möglich ist.

 

An unserem Hause wird das Fast-Track-Verfahren routinemäßig angewandt. Das Fast-Track-Verfahren setzt sich aus einem Bündel verschiedener Maßnahmen zusammen, die dazu dienen, die Operation schneller, schmerzarmer und komplikationsloser zu machen.

Wichtig ist ein minimal invasiver Zugang, der das Gewebe schont und bei dem die Muskeln nicht ablöst werden. Dies wird dadurch unterstützt, dass spezielle Prothesensysteme verwandt werden, die für minimal invasive Zugänge geeignet sind.

Mit dem Einsatz eines blutstillenden Medikamentes (Tranexamsäure) kommt es zu einer deutlichen Verringerung der Blutung während der Operation. Somit können Knie-Prothesen ohne routinemäßige Blutsperre operiert werden. Dies hat den großen Vorteil, dass Thrombosen, Embolien oder arterielle Verschlüsse seltener sind und insgesamt das Risiko der Nachblutungen vermindert wird.

Es erfolgt eine örtliche Anästhesie, z. B. durch Infiltration oder Einlage von Kathetern, die bei Bedarf Schmerzmittel direkt an die Operationswunde führen. Dadurch ist eine sehr effiziente Schmerzlinderung möglich und schwere Schmerzmittel müssen nur noch im Ausnahmefall gegeben werden.

In besonderen Fällen können durch eine ultraschallgestützte Technik, gezielt Katheter an die Nerven gelegt werden, die für die Schmerzverursachung des Operationsgebietes verantwortlich sind. Dadurch ist eine sehr effiziente Schmerzlinderung möglich, ohne dass das Allgemeinbefinden des Patienten beeinträchtigt wird.

Für manche Patienten ist es aus beruflichen oder medizinischen Gründen wichtig, beide Hüften während eines Aufenthaltes - wenn möglich mit einer Narkose - ersetzen zu lassen.

Deswegen wird an unserer Klinik in besonderen Fällen die Prothesenimplantation beider Hüften bei Coxarthrose während eines Krankenhausaufenthaltes, entweder während einer Narkose oder um wenige Tage zeitlich versetzt, durchgeführt.

Dieses Verfahren ist andernorts in Deutschland - aber auch in den USA - seit längerem in Anwendung. Auch bei uns an der Klinik sind die Erfahrungen mit diesem Vorgehen ausgesprochen positiv.

 

Bereits seit 20 Jahren wird in unserem Hause die Beckenosteotomie als rekonstruktives Verfahren bei der Hüftdysplasie, einer angeborenen Fehlform der Hüfte angewandt und zwar als Dreifach-Osteotomie nach Tönnis. Dies ist eine aufwendige Operation, bei der Darm-, Sitz- und Schambein durchtrennt werden müssen.

Jetzt wird auch eine minimalinvasive Variante der periazetabuläre Osteotomie mit Erfolg angewandt: die periazetabuläre Osteotomie nach Ganz

Die periazetabuläre Osteotomie (also eine Knochendurchtrennung um die Hüftpfanne herum) wurde erstmals von Prof. Reinold Ganz aus Bern zur Therapie der Hüftdysplasie beschrieben.

Durch eine Optimierung mit weichteilschonender Präparation sowie möglichst geringer Störung der Pfannendurchblutung hat sich dieses Verfahren als sichere Alternative zur Becken-Dreifachosteotomie nach Tönnis herausgestellt.

Die von uns praktizierte minimalinvasive Technik geht auf Prof. Kjeld Søballe aus Aarhus/Dänemark zurück, der wahrscheinlich weltweit die meiste Erfahrung mit dieser Variante der Beckenkorrektur besitzt und sie seit ca. 20 Jahren in dieser Form durchführt.

Die Vorteile der PAO im Vergleich zur Beckendreifachosteotomie:

-       Nur ein Hautschnitt von 5-8 cm Länge unterhalb der Leiste (gegenüber der teilweise deutlich größeren Schnitten bei der Tönnis-OP)

-       Nur sechs Wochen Teilbelastung des Beines (gegenüber drei Monaten bei Tönnis)

-       Geringe Einschränkung der Beugung nach der OP (beim Tönnis sechs Wochen nur bis 60°)

-       Keine zusätzliche Schraube im Schambein

-       Weniger OP-Trauma, weniger Blutverlust, weniger Schmerzen, kürzerer Krankenhausaufenthalt

 

Ein Vorteil der PAO – ist der erhaltene Beckenring

Dies ist der Grund, warum bei dieser Operation das Bein bereits wieder nach sechs Wochen belastet werden darf.
Neben den oben aufgeführten OP-Verfahren wird in der Allgemeinen Orthopädie & Traumatologie selbstverständlich weiter das komplette Behandlungs-Spektrum ambulant und stationär angeboten.

Weitere Artikel des Ressorts zum anklicken:

Kniegelenksspiegelung (Kniearthroskopie)

Beinachsenkorrektur bei O- oder X-Bein (Korrekturosteotomie)

Knorpeltransplantation im Kniegelenk

Operationen bei chronischer Kniescheibenverrenkung (Patellaluxation)

Ersatz des Kniegelenkes durch ein künstliches Gelenk (Kniegelenksendoprothese)

Wechsel eines künstlichen Kniegelenkes (Knieendoprothesenwechsel)