Startseite | Datenschutz | Impressum | Kontakt

Einbau eines künstlichen Hüftgelenkes (Hüftendoprothese)

Bei Schmerzen in der Leiste, außen an der Hüfte oder vorn im Oberschenkel kann die Ursache ein Verschleiß des Hüftgelenkes (Coxarthrose) sein. Dabei kommt es aus unterschiedlichen Gründen zu einem Verlust des Knorpels, zuletzt reibt Knochen schmerzhaft auf Knochen. Ist es erst einmal so weit gekommen, hilft nur der Ersatz des zerstörten Gelenkes gegen ein neues Gelenk.

Tut Gelenkverschleiß (Arthrose) immer weh?

Nein, wir sehen viele im Röntgenbild zerstörte Gelenke, die relativ wenig weh tun. Wenn jedoch ein zerstörtes Gelenk erst einmal weh tut und Schmerzmittel und Krankengymnastik nicht mehr hinreichend die Beschwerden lindern, hilft meistens nur noch eine Operation.

Kann man verschlissene oder schon zerstörte Hüftgelenke mit einer gelenkerhaltenden Operation retten?

Manchmal schon. Insbesondere ist es bei bestimmten frühen Formen des Hüftgelenkverschleißes möglich, störende knöcherne Auftreibungen im Rahmen einer Gelenkspiegelung (minimalinvasiv, „Schlüssellochtechnik“) zu glätten oder abgelöste, störende Knorpelstücke, sog. freie Gelenkkörper zu entfernen. Ebenso ist es möglich, die Ränder der Gelenkpfanne von Einrissen (sog. Labrumläsionen) zu befreien, entweder durch Nähte oder durch Nachglätten der Ränder. Ebenso ist es in frühen Stadien des Verschleißes möglich, eine von der Norm abweichende Geometrie des Hüftgelenkes (z.B. Hüftdysplasie) so zu verbessern, dass der Verschleiß nicht mehr oder zumindest langsamer fortschreitet.
Bei weit fortgeschrittenem Verschleiß hilft jedoch meistens nur noch ein kompletter Ersatz des Gelenkes.

Ich möchte eigentlich noch nicht operiert werden, habe aber Angst, den richtigen Zeitpunkt zu verpassen.

Wenn bei Ihnen der Hüftgelenksverschleiß bereits bekannt ist und Ihnen vom Arzt zu einer Operation geraten worden ist, bestimmen Sie den richtigen Zeitpunkt. Wir empfehlen Ihnen die Operation jedoch immer dann dringlich durchzuführen, wenn -Sie so starke Schmerzen haben, dass Sie nachts mehrfach aufwachen und dies durch „normale“ Schmerzmittel nicht mehr gut in den Griff zu bekommen ist -Sie selbst sich und insbesondere Ihrem nächsten Angehörigen wegen Ihrer Beschwerden schlechte Laune machen. -schon mehr als eine Hüfte oder eine Knie Beschwerden bereitet. Denn dann „rächt“ sich das jeweils noch nicht operierte Gelenk nach jeder Operation an einem anderen Gelenk doppelt. Wenn es zu einer zunehmenden Bewegungseinschränkung (Kontraktur) oder starkem Muskelschwund des betroffenen Gelenkes kommt. Dies macht die Nachbehandlung deutlich mühsamer und langwieriger und verhindert manchmal ein bestmögliches Ergebnis.

Kann bei mir eine Kappen- oder Kurzschaftprothese implantiert werden?

Welches künstliche Gelenk für Sie in Frage kommt, hängt von Ihnen selbst ab. Dabei spielt sowohl die spezifische Anatomie, also der Aufbau Ihres Gelenkes, Ihre Knochenqualität als auch die bei Ihnen vorliegenden Allergien eine entscheidende Rolle. Danach entscheiden wir mit Ihnen zusammen, welches Gelenk für Ihre Situation das Beste ist

Welches Material wird verwendet?

Wir haben eine große Auswahl an unterschiedlichen Implantaten in allen verfügbaren Größen immer vorrätig, so dass wir das für Sie am besten geeignete Implantat verwenden können. Bei guter Knochenqualität ist es meistens möglich, ein Titan-(oxid)implantat zu verwenden, das vom Körper nicht als Fremdmaterial erkannt wird und deswegen normalerweise regelrecht „festwächst“. Ebenso verwenden wir diese künstlichen Gelenke bei bestimmten Metallallergien, wie z.B. Chrom-Kobaldallergie oder Nickelallergie.

Wann werden zementierte Gelenke verwendet?

Immer dann, wenn wegen der Knochenqualität eine zementfreie Verankerung nicht sicher erfolgversprechend ist. Ist der Knochen zu weich, kann eine zementfreie Prothese bei Belastung weiter einsinken und so ein schlechtes Ergebnis verursachen. In diesen Fällen ist die Verwendung von Knochenzement sinnvoll, da hier schon direkt nach der Operation eine volle Belastung der Hüfte risikoarm möglich ist. Zementierte Gelenke sind in solchen Fällen nicht schlechter als zementfreie-bislang sind zwischen beiden Gelenkarten keine deutlichen Unterschiede hinsichtlich der Haltbarkeit gefunden worden.

Wie lange dauert der Einbau eines künstlichen Hüftgelenkes?

Einfach gesagt: Bis der Operateur mit dem Ergebnis hundertprozentig zufrieden ist. Nicht eine Minute kürzer. Im Normalfall liegt die sogenannte Schnitt-Naht-Zeit (also die eigentliche Operationszeit) zwischen 45 und 90 Minuten. Dennoch kann auch eine ganz „normale“ Hüftoperation länger dauern, wenn bestimmte Operationsschritte aufgrund einer z.B. abweichenden Anatomie ganz besonderer Sorgfalt bedürfen.

Wann kann ich nach einer Operation wieder laufen?

Innerhalb weniger Tage. Da durch die Operation jedoch die Hüftmuskulatur gedehnt wird und nicht sofort voll belastbar ist, werden Sie einige Wochen Gehstützen benötigen und entsprechend eingeschränkt sein. Wie schnell Sie ganz ohne Gehstützen laufen können, ist individuell sehr unterschiedlich.

Wie lange dauert der stationäre Aufenthalt?

In der Regel zwischen sechs und elf Tagen. Im Anschluss empfiehlt sich eine Rehamaßnahme, entweder ambulant oder stationär. Unser Sozialdienst bemüht sich bereits bei oder vor Ihrer stationären Aufnahme um die entsprechenden Termine, damit Sie keinen „Leerlauf“ zwischen Krankenhaus und „Reha“ haben. Wenn Sie jedoch zuhause versorgt sind und erst einige Tage nach Hause möchten, ist dies selbstverständlich auch möglich.