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Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau kooperiert mit Uniklinik Hubei in Wuhan

Vereinbarung mit dem chinesischen Partner unterzeichnet / Wichtiger Schritt für vertiefte Zusammenarbeit

Die Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau vertieft die Kooperation mit ihrem chinesischen Partner, der Uniklinik Hubei in Wuhan. Die Patienten der bundesweit renommierten nordhessischen Fachklinik sollen so insbesondere von der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) profitieren – das gilt in erster Linie für Schmerzpatienten und Menschen mit langwierigen orthopädischen Erkrankungen.

Als erster Schritt der geplanten intensiveren Zusammenarbeit wurde jetzt eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Darin sind die verschiedenen Felder der angestrebten Zusammenarbeit beschrieben. "Diese Erklärung bildet die Grundlage unserer geplanten gemeinsamen Projekte. Sie dient als Basis für weitere Vereinbarungen", erklärt der Kaufmännische Vorstand von Lichtenau e.V. und Geschäftsführer der Orthopädischen Klinik, Matthias Adler.

Zu den für die Patienten wichtigsten Vorhaben, unterstreicht der neue Kaufmännische Vorstand, gehört die schrittweise Etablierung der Traditionellen Chinesischen Medizin am Standort Hessisch Lichtenau. Bereits Anfang 2018 haben chinesische Oberärzte in Hessisch Lichtenau Patienten traditionell chinesisch behandelt. "Dies soll 2019 fortgesetzt und weiter verstetigt werden. Aktuell können diese Leistungen nur für Selbstzahler angeboten werden. Ziel ist es aber, sie zukünftig für alle Patienten anbieten zu können", erläutert Adler. Er hat dazu bereits erste Gespräche mit einigen Kostenträgern geführt.

Die Orthopädische Fachklinik Hessisch Lichtenau hat einen bundesweit ausgezeichneten Ruf. Patienten reisen auch überregional an, um sich in Nordhessen behandeln zu lassen. Der Chefarzt der Allgemeinen Orthopädie und Stellvertretende Ärztliche Direktor, Dr. Franz-Josef Müller, betont: "Auch wenn unsere Klinik nicht in einem Ballungszentrum liegt, sind wir offen für nationale und internationale Kooperationen zum Wohle unserer Patienten." Dazu zählen neben der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit auch ein geplanter Austausch mit Experten einer englischen Klinik. Es bestehen bereits Kooperationen mit der Medizinischen Hochschule Hannover und der diakonischen Schwesterklinik in Arnstadt (Thüringen). 

Die ersten Kontakte zur Universitätsklinik Hubei in der Zwölf-Millionen-Metropole Wuhan wurden 2016 geknüpft. Damals besuchte eine chinesische Delegation die orthopädische Fachklinik auf dem Mühlenberg. 2017 erfolgte der Gegenbesuch, und Anfang dieses Jahres sind zwei chinesische Ärzte für eine mehrwöchige Hospitation nach Hessisch Lichtenau gekommen.

In der Abteilung für Traditionelle Chinesische Medizin der Universitätsklinik in Wuhan sind mehr als 200 Ärzte tätig. Dort kommt die TCM auch bei großen Eingri?en wie Schädel-Hirn-Trauma und komplexen orthopädische Operationen zum Einsatz. Die TCM spielt in China eine große Rolle in der medizinischen Versorgung und ist auch in Deutschland sehr beliebt. Es ist eine konservative Behandlungsmethode, zu der in erster Linie Akupunktur, manuelle Verfahren sowie spezielle individuelle medikamentöse Therapien zählen.

Während des diesjährigen Aufenthaltes der nordhessischen Delegation in China wurden die chinesischen Ärzte in Operationstechniken unterwiesen und in Bezug auf Implantat-Systeme und Instrumente geschult. "Die operative und konservative Orthopädie wird in der Uniklinik Wuhan ebenso unter einem Dach vereint wie in Hessisch Lichtenau", erläutert Dr. Müller, der nicht nur als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie operativ tätig ist. Er besitzt auch als Chefarzt der Nachsorgeklinik in Hessisch Lichtenau und als Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin eine besondere Expertise und Afinität für die konservativ behandelten Patienten auf dem Mühlenberg. "Dies ist selten in der heutigen Zeit und zeichnet unsere Patientenversorgung aus", betont Matthias Adler. Konservativ wenn möglich, operativ wenn nötig – so lautet die Devise für ambulante, akutstationäre und rehabilitative Patienten in Hessisch  Lichtenau und Umgebung. Mit regelmäßigen gegenseitigen Hospitationen und gemeinsamen Veranstaltungen soll die deutsch-chinesische Kooperation weiter qualifiziert werden und auf den gegenseitig bestmöglichen Standard ausgebaut werden.

Bei allen Gemeinsamkeiten gilt es aber auch, die Unterschiede der Partner zu berücksichtigen. So wird in der Vereinbarung darauf hingewiesen, dass kulturelle Unterschiede anerkannt werden. Die Kooperation soll im Geiste "freundschaftlicher Zusammenarbeit, enger Unterstützung und gegenseitiger Achtung der Personen, Länder und Kulturen zum Wohle der Behandlung aller Patienten" erfolgen.

 

Die deutsche Delegation mit Matthias Adler (vorn, zweiter von rechts), Kaufmännischer Vorstand von Lichtenau e.V. und Geschäftsführer der Orthopädischen Klinik, Chefarzt Dr. Franz-Josef Müller (vorn, rechts), Leitender Oberarzt Dr. Jens Klingebiel (vorn, links) und Assistenzarzt Dr. Lei Chen (hinten, rechts) mit den chinesischen Direktoren und Ärzten. Foto: Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau