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Arbeitsunfälle | Durchgangsarzt

Die D-Arzt Praxis der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau behandelt  pro Jahr circa 600 frische Arbeits- und Schulunfälle und führt circa 2000 Behandlungen durch. Durch die Anbindung an die Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau und die radiologische Praxis Hessisch Lichtenau sind wir in der Lage, Ihnen kurzfristig eine sehr genaue und umfassende Diagnostik (CT, MRT) und neben der Notfallversorgung auch langfristig die notwendige bestmögliche Therapie zukommen zu lassen.

Wir pflegen einen engen Kontakt zu den beiden größten Maximalversorgern der Region, der Universitätsmedizin Göttingen (mit eigener BG-Station) sowie den städtischen Kliniken Kassel. Über diesen sehr kurzen „Dienstweg“ vermitteln wir Sie auch weiter und stellen den Kontakt für Sie her, wenn Ihre Weiterbehandlung in einer entsprechenden speziellen Unfallklinik notwendig wird.

Seit 2008 wird die Ambulanz von Herrn Radebold geleitet. Herr Radebold ist Facharzt für Chirurgie, Handchirurgie und Spezielle Unfallchirurgie und seit 2010 Leiter der Unfallchirurgie der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau. Er ist durch seine Qualifikation von allen gesetzlichen Unfallversicherungen zur Behandlung von Arbeits- und Schulunfällen als Durchgangsarzt zugelassen.

Kontakt:
Chefarztsekretariat Allgemeine Orthopädie und Traumatologie
Frau Anja Fahrer
Telefon: 05602/83-1201
Fax: 05602/83-1973
E-Mail: afahrer[at]lichtenau-ev[dot]de oder
            info[at]lichtenau-ev[dot]de

Was ist ein Durchgangsarzt?

Der Durchgangsarzt – kurz: D-Arzt – ist ein Facharzt für Chirurgie oder Orthopädie/Unfallchirurgie mit der Zusatzbezeichnung Spezielle Unfallchirurgie (oder dem alten Schwerpunkt Unfallchirurgie, der von den Berufsgenossenschaften aufgrund seiner besonderen Qualifikation eine besondere Zulassung erhalten hat.

Dadurch ist der D-Arzt ist für die Behandlung nach Arbeitsunfällen, Kindergarten- und Schulunfällen zuständig. Der Durchgangsarzt ist ein Arzt mit speziellen unfallchirurgischen Kenntnissen.

Die Zulassung zum D-Arzt wird von den Berufsgenossenschaften erteilt. Mit ihr sind weitgehende Vollmachten und  Verpflichtungen verbunden. Der D-Arzt soll als Vertreter der Unfallversicherungen das gesamte Heilverfahren steuern, er ist also von der Erstversorgung über die Rehabilitation bis hin zur Festlegung von Entschädigungsleistungen koordinierend tätig. Dabei hält er u. a. den Kontakt zu den weiteren behandelnden Ärzten, ggf. einer BG-Klinik,  hinzugezogenen Fachärzten, der zuständigen Unfallversicherung und dem Berufshelfer.

Was bedeutet Durchgangsarztverfahren?

Das Durchgangsarztverfahren (kurz D-Arzt-Verfahren) regelt die Behandlung und Abrechnung eines Arbeitsunfalls (hierzu zählen auch Unfälle auf dem Weg von der oder zur Arbeit).

Das Durchgangsarztverfahren kommt somit  in den Fällen zur Anwendung, in denen eine gesetzliche Unfallversicherung (z.B. gewerbliche BG, landwirtschaftliche BG, gesetzliche Unfallkasse u.a.m.) die Kosten für die Behandlung übernimmt.

Bei welchen Verletzungen muss ein Patient mit einem Arbeits- oder Schulunfall einem D-Arzt vorgestellt werden?

Eine durch einen Arbeitsunfall verletzte Person muss eigentlich immer  einem Durchgangsarzt vorgestellt werden.

Ausnahmen sind Bagatellverletzungen, die offensichtlich ohne spezielle unfallchirurgische Erfahrungen und Kenntnisse diagnostiziert und behandelt werden kann und bei der sich keine Probleme im Verlauf der Behandlung ergeben.

Solche Ausnahmen bestehen zum Beispiel bei:

  • kleinen Unfällen: Wenn die Krankschreibung nicht über den Unfalltag hinaus besteht und die Behandlung nicht länger als eine Woche andauert, kann in solchen Fällen auch ein Hausarzt die Behandlung vornehmen, ohne dass dieser den Patienten an einen D-Arzt überweisen muss.
  • Verletzten mit isolierten Augen- oder Hals-Nasen-Ohren-Verletzungen: Diese sollen sofort einem Augen- oder HNO-Arzt vorgestellt werden, der ebenfalls eine D-Arzt-Zulassung haben muss.

Wichtig:
Bei sehr schweren Verletzungen muss natürlich nicht erst ein niedergelassener D-Arzt aufgesucht werden, sondern sollte der Unfallverletzte direkt in ein geeignetes Krankenhaus eingeliefert werden. Dort ist meistens ein Durchgangsarzt stationär tätig, dies gilt auch für die Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau. Hier ist seit 2008 Herr Radebold als Durchgangsarzt tätig.

Was passiert, wenn eine zunächst als leicht eingestufte Verletzung sich länger hinzieht oder wegen der Erkrankung erneut eine Krankschreibung erforderlich wird?

Bei Wiedererkrankungen aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einen sogenannten verzögerten Heilverlauf muss immer ein D-Arzt aufgesucht werden. Obwohl der Arbeitgeber seine Angestellten darüber informieren sollte, in welchen Fällen sie welchen Durchgangsarzt aufsuchen müssen, ist dies oft nicht bekannt.

Deshalb sollte sich jeder Arbeitnehmer bei seinem Arbeitgeber informieren, in welcher Berufsgenossenschaft er versichert ist und im Zweifelsfall immer einen von den Unfallversicherern zugelassenen D-Arzt aufsuchen. Ähnlich sind die behandelnden Ärzte bei Problemen oder Verzögerungen verpflichtet, den verletzten Patienten einem D-Arzt vorzustellen.

Wer behandelt die Arbeitsunfälle nach Verletzung in einem Notfall?

Jeder approbierte Arzt darf (und muss) natürlich ärztliche erste Hilfe leisten. Nach der Erstversorgung erfolgt die weitere Behandlung im Normalfall durch den Spezialisten, also den D-Arzt.

Muss bei Arbeitsunfällen auch eine Praxisgebühr bezahlt werden?

Nein. Da bei Arbeitsunfällen nicht die Krankenkasse des Verletzten, sondern die Unfallversicherung Kostenträger ist, ist für die Vorstellung beim D-Arzt keine Überweisung erforderlich; es muss  keine Praxisgebühr gezahlt werden.

Allerdings ist dafür bei einem Arbeitsunfall die freie Arztwahl stark eingeschränkt: Wenn eine Vorstellung beim D-Arzt notwendig ist, kann der Unfallverletzte nur zwischen den verschiedenen D-Ärzten wählen.

Welche Aufgaben hat der D-Arzt vor Ort?

Der D-Arzt hat unter anderem folgende  Aufgaben:

  • Er erstellt die korrekte Diagnose und ermittelt die Sachlage (z. B. ob es sich überhaupt um einen Arbeitsunfall handelt, da u.a. nicht jede Tätigkeit während der Arbeitszeit versichert ist).
  • Er leistet die fachärztliche Erstversorgung, d.h. er behandelt die Verletzung bzw. deren Folgen.
  • Er erstellt den sogenannten Durchgangsarztbericht für die Unfallversicherung.
  • Er zieht, falls nötig, weitere Fachärzte (z.B. einen Röntgenfacharzt zur Durchführung einer Kernspintomografie oder einer Computertomografie) zur Klärung der Diagnose oder Behandlung hinzu.
  • Der D-Arzt legt kann auch festlegen, welcher andere Arzt die weitere Behandlung durchführen soll, falls er dies nicht persönlich tut. Außerdem darf normalerweise nur der Durchgangsarzt Heilmittel (wie z. B. Krankengymnastik) und Hilfsmittel (wie z. B. spezielle Bandagen) verschreiben.

Welche weiteren Voraussetzungen muss der D-Arzt für eine Zulassung erfüllen?

Für die Zulassung zum Durchgangsarzt gelten neben strengen fachlichen Anforderungen auch eine vorgeschriebene personelle, räumliche und apparative Praxisausstattung. Dazu zählt z. B. die Möglichkeit, kurzfristig röntgen und auch operieren zu können. An der orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau ist dies rund um die Uhr gewährleistet.

Zu welchen Zeiten muss ein Durchgangsarzt für Notfälle erreichbar sein?

Normalerweise jeden Werktag zwischen 8.30 und 18.00 Uhr sowie Samstagvormittag von 8.30 bis 13.00 Uhr.

In der orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau ist auch außerhalb dieser Zeiten die Notfallambulanz rund um die Uhr für alle unfallchirurgischen, handchirurgischen und orthopädischen Notfälle für Sie da.

Ich habe einen schon länger zurückliegenden Arbeitsunfall und habe noch Probleme. Kann ich mich bei Ihnen weiterbehandeln lassen?

Natürlich. Bitte vereinbaren Sie einen Termin unter 05602-83-1215 oder 05602-83-1216.

Immer hilfreich ist es, wenn Sie alle Unterlagen von Ihrem Unfall mitbringen, insbesondere vorhandene Röntgenbilder, Arztbriefe, Operationsberichte, etc.

In Notfällen können Sie natürlich jederzeit auch ohne Termin vorstellig werden.

Gibt es Arbeitsunfälle, die der Durchgangsarzt nicht alleine behandeln darf?

Ja, auch dies gibt es. Die gesetzlichen Unfallversicherungen möchten bei ganz bestimmten Verletzungen die Behandlung in einer Spezialklinik, die neben zwei entsprechend qualifizierten speziellen Unfallchirurgen unter anderem auch über spezielle apparative Voraussetzungen zur bestmöglichen Behandlung erfüllt.

Dies ist an der orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau zur Zeit nicht gegeben. Wir führen jedoch selbstverständlich die notwendige Erstbehandlung durch und beraten Sie über das für Sie am besten geeignete, von den Unfallversicherern zugelassene, Krankenhaus und die Alternativen.